
Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt, 50 - 60% des menschlichen Körpers bestehen aus Wasser. Daher ist der Schutz und die Überwachung der Qualität des Trinkwassers von besonderem öffentlichen Interesse und auch entsprechend gesetzlich geregelt. So soll die Trinkwasserverordnung „die menschliche Gesundheit vor nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, durch Gewährleistung seiner Genusstauglichkeit und Reinheit (…)schützen“.
Grund-, Quell- oder Oberflächenwasser, das als Trinkwasser zum Einsatz kommt, enthält von Natur aus eine Vielzahl an gelösten Stoffen und auch gewisse Konzentrationen von Mikroorganismen (Bakterien). Durch natürliche, vor allem aber menschliche Beeinflussung kann die Konzentration dieser Parameter jedoch auch gesundheitsschädliche Ausmaße annehmen bzw. können Fremdstoffe das Wasser ungenießbar machen.
Während öffentliche Wasserversorgungsanlagen durch die Trinkwasserverordnung einer regelmäßigen Kontrolle unterworfen sind, sollten auch Hausbrunnen, vor allem in landwirtschaftlich genutzten Bereichen, das Wasser gelegentlich gelegentlich überprüfen lassen.
Von besonderer Bedeutung ist die mikrobiologische Untersuchung des Trinkwassers, denn über das Wasser kann eine Vielzahl von Krankheitserregern übertragen werden. Durch die Untersuchung der Gesamtkeimzahl erhält man zunächst einen Überblick über die allgemeine mikrobielle Belastung des Trinkwassers. Besondere Gefahr geht jedoch von den Krankheitserregern aus, die über den Darm ausgeschieden werden und die damit über fäkale Verunreinigungen ins Trinkwasser gelangen können. Da der Nachweis einiger Krankheitserreger schwierig bzw. sehr aufwendig ist, erfolgt die mikrobiologischen Untersuchung auch im Hinblick auf besondere Indikatorkeime, die auf eine fäkale Beeinträchtigung des Trinkwassers schließen lassen. Typische Indikatorkeime sind z.B. Escherichia coli oder Enterokokken.
Mit der Novellierung der Trinkwasserverordnung (2001) sind die Legionellen neu in die Untersuchungen einbezogen worden. Sie verdanken ihren Namen ihrer Entdeckung bei einer Jahrestagung der „American Legion“ im Jahr 1976 in einem Hotel in Philadelphia (USA). Viele der Teilnehmer dieses Veteranentreffens erkrankten an einer schwer verlaufenden Lungenentzündung, die zum Teil zum Tod führte. Erst ein Jahr später wurde der Erreger dieser so genannten „Legionärskrankheit“ ermittelt. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt hauptsächlich durch das Einatmen legionellenhaltiger, feinster Tröpfchen z.B. aus raumluft-technischen Anlagen oder der Hausinstallation. Legionellen können in geringer Konzentration im Rohwasser in die Wasseraufbereitungsanlagen gelangen und durch ihre Desinfektionsmitteltoleranz weiter ins Trinkwassernetz. Da sich Legionellen bei Temperaturen zwischen 30 - 45°C sehr wohl fühlen, sind vor allen Warmwassersysteme ein möglicher Ansiedlungsbereich, der gelegentlich überprüft werden sollte, vor allem wenn mit Vorlauf-Temperaturen unter 60°C gearbeitet wird.
Auch Tränkewasser, das für Viehbestände genutzt wird sollte eine bestimmte Qualität aufweisen. Erhöhte Keimzahlen im Wasser können zu Erkrankungen in den Tierbeständen führen. Höhere Tierarztkosten können die Folge sein.
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